Zahlen & Fakten zu Mehr.Wert 2018

– Für Toleranz und Vielfalt im Netz –

 

Die Maßnahmen und Aktivitäten im Projekt Mehr.Wert sollen dokumentiert werden, um damit auch die Wirkungsweisen zu reflektieren. Hierfür ist es einerseits wichtig, Zahlen, Fakten und Erfolge zu sammeln, aber auch ehrlich über Probleme und Hindernisse im Projektverlauf zu sprechen. Um dies möglichst transparent darstellen zu können, haben wir uns entscheiden, hier die wichtigsten Daten öffentlich zugänglich zu machen.


“Offenheit ist ein Schlüssel, der viele Türen öffnen kann.”
(Ernst Ferstl, Schriftsteller)

Projektergebnisse | insgesamt durchgeführte Aktivitäten 2018

Insgesamt wurden 12 Workshops mit den Zielgruppen durchgeführt

Es fanden 16 Treffen mit Kooperationspartnern zur Weiterentwicklung statt

Es gab insgesamt 8 Befähigungstreffen mit anderen Modellprojekten

Projektergebnisse | erreichte Ziele 2018

Bei den Aktivitäten wurden insgesamt 12 Videos aufgenommen

Daraus sind bisher 2 fertig geschnittene Videos entstanden

Zusätzlich wurden 8 (analoge) Mehr.Wert-Spiele selbst entwickelt und gespielt

Fazit von Mehr.Wert 2018

Good Practice


Vernetzung mit anderen Projekten: Die Netzwerktreffen von Demokratie Leben! ermöglichten das Zusammenkommen mit Projekten, die gleiche Zielsetzungen verfolgen. Daraus sind erste Treffen, aber auch konkrete Kooperationen und Wissenstransfers entstanden (z. B. mit Modellprojekt Lovestorm). Darüber hinaus konnten auch neue Kooperationspartner vor Ort gefunden werden, mit denen nun Räumlichkeiten für feste Workshops zur Verfügung stehen.

Öffnung von Innovationsräumen: Aus der Vernetzung mit anderen Akteuren und Personen sind neue Workshop-Konzepte und sogar selbst entwickelte Spiele und Graffiti-Kreativtechniken entstanden, die so erfolgreich sind, dass sie integraler Bestandteil von Mehr.Wert werden sollen. Derart ist der spielerische Zugang zu den Themen Toleranz und Vielfalt gegeben, was vor allem für die jugendliche Zielgruppe attraktiv ist.

Befähigung von Zielgruppen: In den Workshops wurden die Jugendlichen nicht nur beschult/befähigt, sondern auch eingeladen, Teil von Mehr.Wert zu sein. Vor allem technikaffine Jugendliche wollten die Möglichkeit wahrnehmen, professionelle Kameratechnik auszuprobieren und die Netzwerke von 3ALOG zu nutzen. Die Zielgruppe wurde durch die Workshops letztlich zu realem zivilgesellschaftlichem Engagement ermutigt, das weit über die Dauer des Workshops hinausging.

Bad Practice


Personalsituation: Bei Mehr.Wert waren die hauptamtlichen Stellen seit Januar 2018 unregelmäßig besetzt. Im Kern war nur eine der Stellen durchgehend besetzt, für die zweite Stelle waren zwei Personalwechsel zu verzeichnen. Die jeweiligen Bewerbungsgespräche und Einarbeitungszeiten als auch der Wissenstransfer nach einem Personalwechsel brachten viel Unruhe in die Projektarbeit und machte eine lückenlose Dokumentation und Begleitung nur schwer möglich.

Organisatorische Möglichkeiten: Mit 3ALOG ist ein Projektträger gegeben, der über weniger als 20 Mitglieder verfügt und erst mit der Förderung durch Demokratie Leben! hauptamtliche Strukturen schaffen konnte. Gleichsam waren diese hauptamtlichen Stellen für die eigentliche Projektarbeit gedacht, in der Realität mussten sie aber auch die Funktion des Personalbüros, Kostenstelle, EDV-Abteilung etc. übernehmen, was die Projektaktivitäten verlangsamte. Ohne diese organisatorischen „Nebentätigkeiten“ hätte der Fokus auf Mehr.Wert deutlich stärker sein können.

Grenzen des Ehrenamts: Auch wenn Jugendliche als ehrenamtliche Unterstützer und Workshop-Teamer für Mehr.Wert gewonnen werden konnten, konnten sie gleichsam nicht zum Engagement verpflichtet werden. Unzählige Male wurde kurz vor einem Workshop die Teilnahme abgesagt oder Abgabetermine nicht eingehalten, letztlich mussten einige Jugendliche ihre Teilhabe aufgrund von Abschlussprüfungen o. ä. sogar beenden. Für die Projektarbeit ist dieser Umstand ein enormer Wissensgewinn für die Zukunft, allerdings beeinträchtigte das Problem des Ehrenamts das Vorankommen des Projekt Mehr.Wert.

Bedingter Lernprozess: Vor allem die Personalsituation als auch die eingeschränkten organisatorischen Möglichkeiten des Trägers führten dazu, dass der Lernprozess innerhalb des Projekts immer wieder abgebrochen wurde. Bspw. wurde der Ausbau digitaler Workshop-Strukturen durch einen Personalwechsel unterbrochen; ebenso blieben viele Jugendliche ihrem ehrenamtlichen Engagement nicht verpflichtet und hinterlassen halbfertige Ergebnisse.

Next Practice


Reduzierte Digitalarbeit: In Anbetracht der Personal- und Organisationsgröße muss das Projekt an den Stellen reduziert werden, die sich als zu zeitintensiv herausstellten. Die Workshops mit den Jugendlichen und Multiplikatorinnen/Multiplikatoren waren enorm erfolgreich, der digitale Output hingegen war dermaßen zeitintensiv, dass er sich ökonomisch nicht rechnete. Kurzum: In derselben Zeit, die man für das Schneiden und Nachbearbeiten eines fünfminütigen Videos benötigt, können über zehn zweistündige Workshops durchgeführt werden.

Anreise & Aufbau von Workshops: Das Team von Mehr.Wert reist per Zug und mit allen nötigen Materialien zu Workshops an. In der Praxis bedeutet das, jedes Mal zwei große Koffer plus Laptoptaschen zu transportieren. Für die Zukunft wäre es deutlich einfacher, Workshops nur an fest definierten Orten durchzuführen, zu denen die Teilnehmenden anreisen müssen. Hierfür können bspw. in Heidelberg, Mannheim und Stuttgart längerfristig Workshop-Koffer hinterlegt und immer dann benutzt werden, wenn Workshops durchgeführt werden sollen.

Personalsituation: Aus der Bad Practice geht hervor, dass eine hauptamtliche Personalstelle, die sich ausschließlich um bürokratische/dokumentarische Angelegenheiten im Projekt kümmert, sehr wünschenswert ist. So würde dem Workshop-Team deutlich mehr Raum für die Praxisarbeit gegeben.

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